"Lernen am Ereignis" - Einleitung

Mobbing bzw. Bullying unter Schülern ist nun schon seit Jahren eine nahezu "normale" Begleiterscheinung des deutschen Schulalltags. Dabei scheint körperliche Gewalt weitgehend durch verbale Gewalt (insbesondere an weiterführenden Schulen) abgelöst worden zu sein. Diese verbale Gewalt äußert sich nicht nur im Klassenzimmer, sondern vor allem auch in situativ "erwachsenenfreien Zonen" wie Bussen, Zügen, an Spielplätzen, im Pausenhof oder auf dem Weg zur oder von der Schule.

Die Öffentlichkeit, soziale Einrichtungen und vor allem die Schulen reagieren auf diese Entwicklung vielerorts in Deutschland mit gut gemeinten und durchaus theoretisch gut konzipierten Präventionskonzepten. Aus Sicht eines Schulpsychologen erscheinen mir die meisten dieser Maßnahmen jedoch nicht praxisnah genug um wirklich effektiv zu sein (siehe auch Hypothesen) . Die Schüler werden zu oft - ohne echten Bezug zu ihrem persönlichem Lebenskontext - durch projektiv angelegte Fallanalysen scheinbar betroffen gemacht - und - haben somit auch nur scheinbare Einsichten!

Der Ansatz "Lernen am Ereignis" entstand über Jahre als Ergebnis meiner Tätigkeit als Lehrer, Schulpsychologe und Referent und ist der Versuch philosophische, psychologische und pädagogische Paradigmen unter einen pragmatischen Hut zu bringen. "Lernen am Ereignis" möchte genau an dem Punkt anknüpfen, wo der echte, originale Konflikt zwischen Schülern in der Schule offensichtlich wird und sich der minutiösen Aufarbeitung eines Konflikts vor Ort - in Anwesenheit aller vor Ort verfügbaren beteiligten Instanzen widmen! Die Schüler sollen "am bereits vorgefallenen Ereignis lernen"...nicht an einem fiktiven Fallbeispiel!























































































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